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M TÜ WIE ?

Ein bisserl MTV fürs neue Jahrhundert, ein bisserl E & U, bzw. Ü – mit vel Musik und einer Versöhnung von E und U-Kultur will der ehemalige Theaterkanal des ZDF ab Samstag beim relativ jungen Publikum mit dem Digitalkanal ZDF.Kultur punkten (wie an dieser Stelle bereits berichtet). Angesichts des auch ziemlich jungen Angebots auf ZDF neo wird die Definition der Zielgruppen etwas, sagen wir überlappend… 20 bis 40 sollen die ZDF.kultur-Konsumenten werden, 30 bis 50 ist die neue Zielsetzung für ZDF neo. Na gut, im Vergleich zum Frührentenalterschnitt des ZDF-Mutterschiffs (61 Jahre im Mittel) ist das, ja gut, jung. Mit Rihanna geht es unter anderem los, wenn es am Samstag .kultur statt Theaterkanal heißt. Ein schönes Zitat in dem Zusammenhalng von Wolfgang Bergmann, bislang schon Chef des Theaterkanals und nun für die Frischzellenkur mit verantwortlich, man wille raus aus dem „geriatrischen Elfenbeinturm eines überkommenenen Kuturfernsehbegriffs“. Nun kann man natürlich grammatikalische spitzfindeln, ob der Elfenbeinturm geriatrisch sein kann, oder man ahnt, dass er damit die Anstalt an sich gemeint hat. Böse. Dabei macht man sich in Mainz doch so engagiert auf den Weg zurück zum Nachwuchs, der fast unrückholbar RTL&ProSieben/Co auf den süßen Leim gegangen ist. Den Gebührenzahler koste das umfangreiche Digitalangebot keien Cent extra, heißt es aus Mainz, das sei alles aus Umschichtungen im ZDF-Etat machbar. Anders ausgedrückt – die (im kommenden Jahr) 18 Millionen, oder 0,9 Prozent des Etats waren eigentlich übrig, das hätten wir auch einsparen können, aber dann wär's weg.

Die Hannoversche Allgemeine wagt sich ganz frech, etwas durchaus bedenkenswertes laut zu denken: „Warum macht das ZDF den Theaterkanal nicht einfach dicht und zeigt die Inhalte auf ZDFneo? Oder – ein ganz verwegener Gedanke – gar im ZDF-Hauptprogramm?“

Neben Musikkultur ist auf ZDF.kultur aber auch interessante Fiction zu sehen, wie auf ZDF neo auch in Vorab-Ausstrahlungen zu künftigen Hauptprogramm-Nachtsendungen. Wirklich spannend geht es los mit „Pixelschatten“, einem TV-Experiment aus der Werkstatt Kleines Fernsehspiel, dass man den jungen 20- bis 40-Jährigen tatsächlich zur besten Sendezeit vorzusetzen wagt (ZDF.kultur, Sonntag 8. Mai, 20.15 Uhr), die geriatrische Hauptabteilung sendet das optisch anspruchvolle Fernsehspiel wie gewohnt zur zuschauerfreien Nachtzeit, am 17.05.2011 um 00.25 Uhr, also noch kurz bevor die senile Bettflucht einsetzt… Ein Film, der Sehrgewohnheiten über Bord wirft, ein Film, der fast durchgehend aus der Subjektiven des Protagonisten gedreht ist, eines Hardcore-Bloggers, der den Kontakt zum wahren Leben zu verlileren droht.
Mal im Ernst: Kann man es nicht einmal pro Woche oder Monat wagen, vor 22.00 Uhr das Stammpublikum zu überraschen? Denn jenseits von 50 oder 60 heißt ja heutzutage nicht wirklich mehr geriatrisch…

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Hommage an Frau Ulrich

Eine Videohommage an eine der schönsten Frauen des deutschen Films, Jennifer Ulrich, montiert mit Szenen aus „Wir sind die Nacht“ – der an den Kinokassen unverständlicherweise untergegangen ist, aber jetzt auf DVD zu haben ist (Bestell-Link).
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Der eilige Geist

Zum Interview in der aktuellen Ausgabe ca:st 2/2011 ein aktueller Nachtrag, die Drehstartmeldung zu (Arbeitstitel) „Jesus loves me“, dem Dreifaltigkeitsdebüt von

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Qualität & Quote

Zu sensationellen Quotenerfolgen schwingt sich der Münsteraner Tatort erneut auf: 11,79 Millionen Zuschauer (32,9 Prozent Marktanteil) verfolgten am gestrigen Sonntag das wie immer unterhaltsame gemischte Doppel-Duell von Thiel und Boerne (Axel Prahl und Jan Joseph Liefers). Das erfreuliche Erfolgsrezept: Auch wenn die Kabbelei der beiden Protagonisten natürlich den Unterhaltungswert maximiert, verzichtet das Drehbuch dafür nicht auf eine stimmige und böse Wirtschaftskrimi-Story, in der en passant auch mal eben ein paar gängige Finanzsauereien (Tafelpapiere, eigentlich seit jeher legalisierter Steuerbetrug) verständlich werden, inklusive der optimistischen Pointe, dass der Gier hier auch das Nichts folgen kann. Geadelt wurden die Münsteraner ja schon dadurch, dass sie inzwischen von den Kollegen zitiert werden, auf den Sockel hat sich das auch in den Episodenrollen blendend besetzte Team aber selbst gespielt. Chapeau, Glückwunsch zur höchsten Tatort-Zuschauerzahl des Jahrhunderts!
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250.000 Euro für „peinlich gemachte Scheiße“?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen das Resümee von Rüdiger Suchsland zum gelinde gesagt fragwürdigen Geldregen für „Der ganz große Traum“ beim Deutschen Filmpreis ist der Kommentar in der aktuellen ca:st (auf dem Postweg und im Downloadcenter als Preview) sehr harmlos. Zu den Fragen, die wir den Verantwortlichen gestellt haben (natürlich bis heute ohne Rückmeldung…) gibt er die passende Antwort. Ja, das Nominierungsverfahren erlaubt wirklich den Irrsinn, derartig viel Geld statt den Künstlern dem kunstfreien Raum zuzuschanzen, direkt zu seinem Artikel