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Wetten was?

Es hat ja schon etwas Skurriles: Der Job, der im ÖR-Fernsehen am begehrenswertesten scheint, ist den potenziellen Kandidaten nicht anzudrehen… Auch wenn kaum einer der möglichen Gottschalk-Nachfolger dessen Gagenhöhen erreichen wird – und vielleicht auch nicht die Quoten an der Zehn-Millionen-Grenze – die Größe der Fußstapfen scheint manchen offenbar beängstigend, alle, die als heiße Kandidaten gehandelt werden sagen nach und nach ab. Hape Kerkeling, Jörg Pilawa, selbst Bully Herbig sei im Gespräch gewesen, wolle aber nicht, nun drehen die Ex-MTVler Joko und Klaas mediale Ehrenrunden (also das tolle Modell, wir vergrätzen die alten Zuschauer, obwohl wir wissen, dass wir die jungen nicht zum ZDF holen können…). Und nun haben auch noch Barbara Schöneberger und Johannes Baptist Kerner Muffensausen vor dem härtsten Job der Welt geäußert, also abgesagt. Es ist, als wolle die ARD einen Tatort neu besetzen, und kein deutscher Schauspieler aus der ersten Besetzungslisten-Liga wollte sich „opfern“. (Was ja, siehe oben, absolut nicht zutrifft….) Nicht mal Anke Engelke mag sich mehr in die Höhle der Löwenmähne wagen.

Zwischendrin gibt es dann noch so wunderbare Stilblüten, wie die Dementis jener, die gar nicht zur Debatte standen… Nein Willi wills nicht wissen. OK, schön zu wissen, auch wenn wir nicht danach gefragt hätten. Und Miriam Meckel meckert ein wenig durchsichtig, dass man nicht nach einer Frau suche. Schwer zu erraten, dass sie damit Anne Will ins Spiel bringen möchte. Und in der Tat, da jeder weiß, dass man die Sendung neu positionieren muss, hätte jemand mit dem professionellen aber auch verschmitzten Wesen einer Anne Will das perfekte Rüstzeug, um aus „Wetten dass…?“ eine ebenso unterhaltsame wie seriöse Sendung zu schnitzen. Die große Rochade wäre das: Gottschalk zum Ersten und Will zum Zweiten.
Bis Januar will man sich beim ZDF Zeit lassen, bis über Mainz weißer Rauch aufsteigt. Bis dahin kann man doch mal wunderbar mitspekulieren, wer was aus dem Erfolgsformat basteln könnte:

Ina Müller? Zu frech? Würde funktionieren, wenn man das Format an den Schellfischposten anpasst und nur internationale Stars einlädt, die bereit sind, sich mit Ina im Duett lustvoll zum Affen zu machen und Zuschauerfragen auf dem Bierdeckel zuzulassen…

Anne Will oder auch Sandra Maischberger? Wären einem breiteren Publikum zu vermitteln als Ina Müller und hätten das Format, aus der Sendung ein neues Format zu formatieren. Dass sie auch die leichte Muse schaukeln könnten, das darf man wohl voaussetzen, dass sie zu mehr Tiefgang bei den ernsthaften Gesprächen in der Lage sind ebenso. Was auch für Markus Lanz gilt, der die Gabe hat, sich unterschätzen lassen zu können, um dann so charmant wie zielsicher nachzubohren…

Oder ein Neuanfang mit jemandem, den der gemeine Bunte-Leser oder ZDF-Macher nicht automatisch im Blickfeld haben. Stefan Hallaschka, der Stern TV keineswegs schlechter macht als sein großer Vorgesetzter Jauch.

Oder: Jochen Schropp (Foto)! Der Schauspieler und Moderator von X-Factor auf Vox hat – genau, den X-Factor, also das gewisse Etwas, das dem Durschschnittspilawabeckmannkerner abgeht. Charme, der bei Frauen wie bei Männern ankommt. Einfühlungsvermögen und Humor. Wetten dass… er das könnte? Bei seiner Schauspielerfahrung (Sternenfänger, unter anderem) jedefalls bewies er ein weitaus vielversprechenderes Näschen als Supernase Gottschalk…

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Die Stelle des Stabs

Der MDR unter der neuen Intendantin Karola Wille richtet eine temporäre Stabstelle ein, die sich mit der Vielzahl der Skandale unter Vorgänger Udo Reiter befassen soll (siehe die Meldung „Wende-Wille“ auf castmag.de, Link und ca:st 4/2011). Udo Reiter selbst hat mittlerweile eingeräumt, den Hinweisen auf Verfehlungen nicht hinreichend nachgegangen zu sein. Eine Äußerung, die geeignet ist, die Nachfolgerin ein wenig zu entlasten, die unter seiner Regentschaft im MDR für die juristische Kontrolle der Vorgänge zuständig gewesen wäre, die sie nun aufdeckt.
Der MDR entpuppt sich in immer neuen Meldungen als Hort von massiven Finanz-Affären hart am Rand zur Bestechung/Bestechlichkeit oder Vorteilsnahme im großen Ausmaß. Die eigentlich unglaubliche KiKa-Affäre und die Umstände um die Abberufung des Unterhaltungschefs Udo Foht und seiner Komplizen sind die weithin sichtbaren Spitzen des (Sch)Eisbergs. Zahlungen ohne Angebote, überhöhte Zahlungen, die die getroffenen Rabattvereinbarungen missachten und Fälle in denen Mitarbeiter ohne Vollmacht zugleich als Disponent und als Einkäufer agierten sowie gigantische Leasingverpflichtungen kommen mit dem Austrocknen des Sumpfes allmählich an die Öffentlichkeit.  Aus einer
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Heike M., Stefanie St. und Adriana A.

Die Vorauswahlkommission für den Deutschen Filmpreis 2012 (27.4.2012 in Berlin) steht fest. Für die Schauspieler sitzen Heike Makatsch und Stefanie Stappenbeck in der Vorauswahlkommission für Spielfilme und Adriana Altaras in der Kommission für Kinderfilme. Die drei Kommissionen (Spielfilme, Kinderfilme und Dokumentarfilm ermitteln bis zum 11.1.2012 die Kandidaten der Vorauswahl.

Die komplette (Fiction-) Kommission besteht aus:
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Faust 2011

Die Fäuste 2011 sind vergeben. An einem denkwürdigen Ort fand am 5. November 2011 die sehr gelungene Preisverleihung des Deutschen Theaterpreises statt. In der Goethestadt Frankfurt, 500 Meter entfernt von jenem Dachstübchen, in dem der Faust zu Papier kam, wie einer der Laudatoren es plastisch machte, einerseits. Andererseits aber auch im Schatten der Finanztürme, neben der europäischen Zentralbank - und damit in Sichtkontakt zum großen Eurozeichen, unter dem die Occupy-Bewegung ihre Zelte aufgeschlagen hat.

Im Bühnenbild der aktuellen Frankfurter Siegfried-Inszenierung führte ein brillanter Michael Quast von schlauem Humor geleitet durch den darum nie langweiligen Abend. Ein Glücksfall für die Veranstaltung.

Schon vorab bekannt gegeben waren die Preisträger für das Lebenswerk (Regisseur Wolfgang Engel) und den Preis des Präsidenten (Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte).
Ausgezeichnet für die beste Darstellung Schauspiel wurde Martin Wuttke (aufgrund eines Missverständnisses, wie er meinte, wenn man auf die beiden nominierten Kolleginnen Bettina Hoppe und Valery Tscheplanowa schaue) für seine Darstellung des Dr. Jacques Duval in "Schmeiß dein Ego weg" an der Volksbühne Berlin.

Mehr zum Faust 2011 in der kommenden ca:staktiv-Ausgabe 4/2011. Alle Preisträger hier

 

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Lesetipp: Magersucht in Hollywood

Sie war die heterosexuelle Verführung in Menschengestalt – in den ersten Staffeln von Ally Mc Beal. Portia de Rossi, die sündige Anwältin mit der vermeintlichen Traumfigur. Wie es drunter aussah wussten nur die Kostümbildner und die Fitnesstrainer der damals extrem magersüchtigen Schauspielerin.  Im Extrem heißt das 37 Kilogramm bei einer Größe von 1,68 Metern. Heute bekennt sich die homosexuelle Schauspielerin offen zu ihrer Liebe und zu einem vergleichsweise normalen Gewicht. Ein hoch interessantes Interview mit ihr hat anlässlich ihrer Premiere ihres Buches „Das schwere Los der Leichtigkeit“