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KKK und Akademische Weihen

Am 12. November veranstaltete die Deutsche Akademie für Fernsehen, DAAF oder kurz Fernsehakademie, in Köln zunächst ein Symposium (rund um Themen wie Kollegialität, Konkurrenz und Krimiflut) und feierte am Abend die Kreativen aller Gewerke, die herausragende Leistungen Fernsehschaffender bei der Herstellung relevanter und qualitativer Fernsehprogramme erbracht hatten.

Ganz bewusst hatte sich die Akademie bei der Gründung von der Politik des Deutschen Fernsehpreises abgesetzt, bei dem nur die glamouröser erscheinenden Kategorien über den jeweils ausstrahlenden Sender flimmerten, die anderen Gewerke aber nur intern abgefeiert wurden. Auch die „akademischen Weihen“ müssen auf eine TV-Präsenz verzichten – ebenso wie ironischerweise die Neuauflage des Deutschen Fernsehpreises –, moderiert von Walter Sittler, Anette Frier und Michael Kessler blieb man in Köln unter sich. Für den Glamour einer Ausstrahlung nach altem Fernsehpreismuster hätten freilich auch die Frontfiguren weitgehend gefehlt. Ein großer Teil der nominierten Fernseh-Schauspieler stand andernorts auf der Theaterbühne, Anjorka Strechel (Interview in ca:stmag I/2017) in Hamburg, die Preisträger Nicholas Ofczarek, Dagmar Manzel und Björn Meyer in Wien, Berlin und Frankfurt. „Nur“ Stephanie Japp konnte ihren Preis persönlich in Köln entgegen nehmen. Größter und vielen Gewinnern – die sich sehr breit auf sehr viele Produktionen verteilten, die unten – war die NSU-Trilogie (mit den drei Blickwinkeln Täter, Opfer, Ermittler) von Christian Schwochow, bei der auch das Casting von Ulrike Müller und die Produzenten um Gabriela Sperl, Wiedemann&Berg und Sophie Uslar ausgezeichnet wurden. Christian Schwochow hielt denn auch eine der tiefgründigsten Dankesreden rund um das Thema Radikalisierung von Ausgegrenzten. Und natürlich warf die Akademie auch einen Blick auf die quotenfixierte Programmplanung, forderte eine transparentere Verwendung der Rundfunkabgaben sowie Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen bei Produktionsaufträgen. Alle Gewinner der Kategorien auf einen Blick:

Die Gewinner in den einzelnen Kategorien sind:

Schauspielerin Hauptrolle
Dagmar Manzel: „Besuch für Emma“

Schauspielerin Nebenrolle
Stephanie Japp: „Das Programm“

Schauspieler Hauptrolle:
Nicholas Ofczarek: „Tatort – Die Geschichte vom bösen Friederich“

Schauspieler Nebenrolle:
Björn Meyer: „Der Tatortreiniger – Pfirsichmelba“

Casting
Ulrike Müller: „Mitten in Deutschland: NSU – Die Opfer – Vergesst mich nicht“

Stunt:
Ronnie Paul: „Zum Sterben zu früh“

Regie:
Christian Schwochow: „Mitten in Deutschland: NSU – Die Täter-Heute ist nicht alle Tage“

Drehbuch
Magnus Vattrodt: „Ein großer Aufbruch“

Produzent
Gabriela Sperl & Max Wiedemann & Quirin Berg & Sophie von Uslar: „Mitten in Deutschland: NSU – (Die Trilogie)

Redaktion / Producing
Sascha Schwingel & Stefan Kruppa & Till Derenbach: „Der Fall Barschel“

Bildgestaltung
Jakub Bejnarowicz: „Auf kurze Distanz“

Filmschnitt
Claus Wehlisch: „Polizeiruf 110 – Und vergib uns unsere Schuld“

Kostümbild:
Wiebke Kratz: „Leberkäseland“

Maskenbild
Astrid Weber & Hannah Fischleder: „Die Akte General“

Musik
Christoph Zirngibl: „Neben der Spur – Amnesie“

Szenenbild:
Lars Lange: „Ku’damm 56“

Tongestaltung:
Eric Rueff & Frank Mareite & Stefan Kolleck & Malte Zurbonsen: „Weinberg“

VFX / Animation:
Denis Behnke: „Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern“

Dokumentarfilm
Birgit Schulz & Luzia Schmid: „Zum Glück Deutschland – Ein anderer Blick auf unser Land“

Fernseh-Journalismus
Rainald Becker & Christian H. Schulz: „Schattenwelt BND – Wie viel Geheimdienst braucht Deutschland?“

Fernseh-Unterhaltung
Tim Mälzer & Sven Steffensmeier: „Kitchen Impossible”

 

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ca:stmag IV/2016 zum Download

Die aktuelle ca:stmag-Ausgabe IV/2016 steht für Abonnenten auch als verlinkte Digitalausgabe im Downloadcenter.

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Wild – Preis für Filmkritik

Nicht nur der Film von Nicolette Krebitz (Interview in ca:stmag III/2016) hat Preise abgeräumt, auch eine Kritik über „Wild“ hat nun den Preis der Filmkritik gewonnen:

Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und die Film- und Medienstiftung NRW zeichnen gemeinsam mit dem Verband der deutschen Filmkritik Ekkehard Knörer mit dem Siegfried Kracauer Preis 2016 für die beste Filmkritik aus. Ekkehard Knörer gewinnt den Preis für die beste Filmkritik für seinen Text zu „Wild“ von Nicolette Krebitz. Er erschien unter dem Titel „Außer sich“ in der Zeitschrift „Cargo“ im März 2016. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Das Stipendium für das Jahr 2016/17 in Höhe von insgesamt 12.000 Euro erhält Patrick Holzapfel, der eine sechsteilige Artikelserie zum Thema „Zukunft des Kinos“ sowie einen regelmäßigen Blog verfassen wird. Die Preisübergabe fand während der feierlichen Verleihung des Kinoprogrammpreis NRW im Rahmen des Film- und Kinokongresses in Köln statt.
Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker benannte Auszeichnung wird jährlich vergeben. Zu der von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) ins Leben gerufenen Initiative kam 2016 als neuer Partner die Film- und Medienstiftung NRW hinzu. Beide Filmförderungen stiften den Preis gemeinsam.

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Hattrick für Zerboni

Die  Schauspielschule Zerboni hat den Hattrick geschafft: Zum dritten Mal in Folge – und damit seit dem ersten Antreten immer – hat sie mit ihren Schülern den Preis der Münchner Schauspielschulen gewonnen, den Max 2016.

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UFA Casting-Abteilung schließt 2017

Wie an dieser Stelle bereits berichtet, schließt die Ufa Serial Drama die Casting-Abteilung. Auf Rückfrage haben wir nun die folgende, konkretisierende Stellungnahme erhalten:

„Ende Januar 2017 wird die zentrale Casting-Abteilung von UFA SERIAL DRAMA am Standort Potsdam-Babelsberg aufgelöst.
Vor dem Hintergrund der langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolges und des aktuellen Marktumfeldes, das den Verkauf und die Etablierung einer weiteren Daily Soap oder Telenovela zunehmend erschwert, ist der Erhalt einer festen Casting-Abteilung für UFA SERIAL DRAMA wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leichtgemacht. Insbesondere deshalb nicht, weil sie Menschen betrifft, die über viele Jahre hinweg mit großem Engagement und viel Knowhow für neue Gesichter in unseren Serien gesorgt haben und als Mitarbeiter ein wichtiger Teil des Unternehmens sind.“