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E-Casting-Diskussion

Gerade komme ich aus der Podiumsdiskussion des BVC zum Thema E-Casting. Interessante Veranstaltung, die höchstwahrscheinlich mit dem einen oder anderen Gerücht, der ein oder anderen Befürchtung, die mit dem Thema verbunden ist, aufräumen konnte.
Auf dem Podium saßen die Casterin Daniela Tolkien, der Produzent Stefan Raiser, der Regisseur Ben Verbong, Clemens Erbach von outcast und Filmmakers, der Pro7/Sat1-Eventmoviebetreuer Ulrich Krüger, der Showreel-Service-Provider Martin Douglas. Fast alle Diskutanten haben in der Vorarbeit zum RTL-Eventmovies „Kung Fu Mama – Agentin mit Kids“, der gerade gedreht wird, erfolgreich zusammen gearbeitet – und dabei auf E-Casting zurückgegriffen. Die wichtigsten Gründe für diese neue Form des Castings, oder besser: dieses neue Medium im Casting-Prozess, die während der für das Publikum offenen Diskussion zur Sprache kommen, versuche ich im Folgenden zusammen zu stellen.
Zunächst aber ein kurzer Definitionsversuch des Begriffs „E-Casting“. Stefan Raiser bezeichnet es „als dringend nötiges Auffrischen der Branche“, als „Aufbrechen des Nadelöhr-Castings“, das eine Verabschiedung vom „Bunte-Faktor“ erlaube. Bei „Kung Fu Mama“ habe man genau deshalb mit Online-Casting gearbeitet, weil Stefan nicht zum x-ten Mal mit den immer gleichen Schauspielern zusammen arbeiten wollte. Es sei eine Hinwendung zu dem, was Casting eigentlich ist, ergänzt Clemens Erbach, gegenwärtig sei man in Deutschland ja eher perfekter Verwalter von Demobändern. Rein technisch sei E-Casting einfach die Aufzeichnung einer Szene und ihre Bereitstellung im Internet für alle am Produktionsprozess Beteiligten, so Martin Douglas.